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gabriele arndt

den richtigen weg gehen, nicht den leichten

Siezt du oder duzen Sie?

Also ich habe nichts gegen das Duzen, aber das Siezen finde ich oft auch ganz angebracht. Es kommt wie immer eben darauf an. In diesem Fall darauf, in welchem Verhältnis ich zu meinem Gegenüber stehen will, und wie ich mir wünsche, dass sich mein Gegenüber zu mir verhält. Oder welche Art Umgang ich gewahrt haben möchte.

Wie zeigt sich dieser Unterschied? Für mich in dem großen „I“ im Sie, bzw. im tiefen „U“ im  Du. Das „I“ ist ein hellerer, klarer Laut, der sich selbst so aufrecht anfühlt, dass man ihn eigentlich nur im Stehen aussprechen möchte. Jedenfalls klingt ein „I“ um so besser, je gerader, aufrechter man sitzt oder steht beim Sprechen. In diesem Sinne kommt das „Sie“ von dem Erwachsenen in mir und richtet sich auch an den Erwachsenen in meinem Gegenüber.

Das U dagegen ist ein Laut, der nach unten führt, wie in einen Brunnen oder eine Grube. Mit dem Du spreche ich eine ganz andere innere Schicht an. Das Du kann in diesem Sinn sehr viel eindringlicher sein, als  das Sie. Im täglichen Umgang mit seinen Mitmenschen erlebt man beides, im Ich und im Du. Vielleicht kann ich das Ich des anderen ja viel besser ansprechen, wenn ich den Anderen sieze?

HALLOWEEN – SAMHAIN – DIWALI

Vor wenigen Tagen, am 31. Oktober, war es wieder einmal soweit, in der englischsprachigen Welt – aber nicht nur dort – wurde Halloween gefeiert. Astronomisch richtig wäre es aber, heute das Fest  zu begehen. Im keltischen feierte man Samhain am zweiten Neumond nach der Herbst-Tag-und-Nachtgleiche. Dieses Datum war entsprechend dem Gang des Mondes variabel, aber es fand meistens rund um den 31.Oktober/1.November statt. Ab heute sollte man demnach zum Beispiel keine Heilkräuter mehr sammeln. Denn ab Samhain sind die Lebens- und Heilkräfte so tief in die Erde eingezogen, dass sie keine Wirksamkeit in den Pflanzen mehr haben, ehr im Gegenteil. Das ändert sich erst wieder zum Fest Mariä Lichtmess (keltisch zu Bridget), also  Anfang Februar, genauer zum zweiten Vollmond nach der Winter-Sonnerwende.

Aber nun  zu einer kulturellen Parallele. Auch in der indischen und nepalischen Kultur, (im Hinduismus) kennt und feiert man in diesen Tagen ein Fest, auch heute noch. Das Fest heißt Diwali, was auf Hindi  „Anordnung von Lichtern“, und auf Tamil „Weg des Lichts“ bedeutet. Es ist ein bedeutendes mehrtägiges Lichterfest. In unseren Breiten- und Längengraden war es ehr ein Fest zur Abwesenheit des Lichtes und zur Anwesenheit von Geistern und Unwesen. In Nordindien ist Diwali gleichzeitig der Neujahrstag. Auch dazu gibt es eine Parallele im keltisch-germanischen. Auch hier begann mit dem Samhain-Fest das neue Jahr, also  einige Wochen vor der größten Winterdunkelheit.

Es ist interessant, wie trotz unterschiedlicher klimatischer und geografischer Begebenheiten, über alle Grenzen hinweg, kosmische Himmelsbeobachtungen und zeitgleiche irdische Naturerlebnisse die Menschen im Innern so berühren, dass dazu ein Fest gefeiert wird.

Urmenschliches

AFRIKA GILT ALS WIEGE DER MENSCHHEIT. HIER LIEGT DER URSPRUNG VIELER ARCHAISCHEN BILDWELTEN. DIE ZEICHNUNGEN ZUM THEMA „UR-MENSCHLICHES“ ERINNERN AN URALTE BEGEBENHEITEN.

Jahr der Engel

JEDE JAHRESZEIT BRINGT UNTERSCHIEDLICHE ERLEBNISSE MIT SICH. BEI DER BEOBACHTUNG DER NATUR IST, MONAT FÜR MONAT, EIN NEUER FARB-TON IN DER WELT ZU FINDEN. AN DEN PFLANZEN, AN DER ERDE, AM HIMMEL, AN DEN WOLKEN … DIE STIMMUNGEN WECHSELN IM LAUF DES JAHRES NICHT NUR IN DER NATUR, SONDERN AUCH IN DER INNENWELT. AUCH HIER KÖNNEN DIE VERÄNDERUNGEN BEOBACHTET WERDEN. DIE SEELE HAT IHREN EIGENEN JAHRESLAUF – IN IHR ÄNDERN SICH DIE FARB-KLÄNGE GENAUSO WIE IM ÄUSSEREN. „JAHR DER ENGEL“ DRÜCKT DIE INNEREN STIMMUNGEN AUS.

Die Macht der Nacht

ZUERST ENTSTANDEN DIE SIEBEN TAG-BILDER, SONNTAG, MONTAG … BIS HIN ZUM SAMSTAG. DIESE SIEBEN BILDER ERGEBEN, NEBENEINANDER GESTELLT, SIEBEN STARKE GESTALTEN. JEDER TAG ZEIGT SEINE FARBE, EINEN EIGENEN CHARAKTER ETC.. VON BILD ZU BILD MUSS DER BETRACHTER JEDOCH EINEN RIESENSCHRITT VOLLZIEHEN, UM VOM SONNTAGS-ORANGE ZUM MONTAGS-VIOLETT USF. ZU GELANGEN. AUS DIESER BEOBACHTUNG ENTSTANDEN DIE NACHTBILDER. VON TAG ZU TAG MUSS EIN ÜBERGANG GESCHAFFEN WERDEN, UM VOM CHARAKTER DES EINEN TAGES, ZUM VÖLLIG ANDEREN AUSDRUCK DES NÄCHSTEN TAGES ZU GELANGEN. DIESER PROZESS WIRD MIT DEN NACHT-BILDER GEZEIGT.

Seelennot und Seelenboot

Was passiert, wenn ein Mensch die Todesschwelle überschreitet? Alte Kulturen hatten da recht präzise Einblicke. Folgt man den Vorstellungen unserer keltischen und germanischen Vorfahren, geht nachtodlich das „eigentliche“ Leben in der Anderswelt fort. Wir haben in unserer Kultur heute – wenn überhaupt – leider nur noch magere Vorstellungen über das „Totenreich“.

Vielleicht sind wir deshalb so ahnungslos und wissen gar nicht, was wir unseren Verstorbenen schuldig sind. Wenn wir sie schon nicht seelisch auf ihrer Reise – fort von uns – begleiten können, so sollten wir ihnen vielleicht doch etwas Konkretes mitgeben. Es müsste etwas sein, was sie wirklich benötigen, obwohl „das letzte Hemd keine Taschen hat“. Mit WAS kann der leibbefreite Wesenskern des Menschen nun noch etwas anfangen? Was benötigt er gar?
Ich stelle mir vor, man ist zuerst überrascht bis geschockt, dass man ohne physischen Leib existieren kann. Die Seele muss sich mit der neuen Lage zurechtfinden. Von Alters her diente ein formschöner Nachen, also ein flacher Einbaum, bei der Überfahrt in die Anderswelt. Er gab eine gewisse Schale für den Wesenskern, der ja seiner bisherigen Hülle beraubt ist. In skandinavischen Ländern hat man verschiedene Grabbeigaben in Form eines Schiffsrumpfes gefunden. Mit diesen letzten Gaben wurde für die Wohlbehaltenheit der menschlichen Seele, sogar über den Tod hinaus, noch Sorge getragen. Die Seele wurde in ihrer ersten Not – auch auf der anderen Seite – nicht allein gelassen.
Auch der Menschenfischer ist in späterer Zeit oft in einem Nachen dargestellt worden. Die Fahrt über das bewegte Element ist ein Teil des Weges zwischen den Welten. Es gab (und gibt) offenbar Wahrbilder, die diese Strecke bewältigen helfen.

Wer tönt durch mich hindurch?

Der Winter ist ja noch nicht ganz vorbei, deshalb kann man sich und anderen noch mal eine besinnliche Frage stellen. Meine Frage lautet: Wissen Sie, wer Sie sind? Ich meine natürlich nicht, ob der Name in ihrem „Perso“ stimmt, oder ob Sie schon mal beim Geburtsdatum geschummelt haben. Es geht auch nicht darum, dass man so alt ist, wie man sich (an-) fühlt. Es geht um dieses innere Wesen, das unabhängig von Alter, Geschlecht und Tagesform zu existieren scheint und das Etwas auf-von-mit dieser Welt will.
Jeder Mensch widmet sich seinen täglichen Pflichten. Das ist auch gut so – meistens jedenfalls – oder wenigstens manchmal. Aber manchmal bemerkt man nach einer Weile, dass man dabei das Wesentliche aus den Augen verliert. Das Wesentliche?! Was ist in so diesem Fall das Wesentliche, wenn nicht man selber?! Fühlt man sich von sich selber vernachlässigt, dann weiß man wenigstens schon mal was man nicht ist, nämlich ein Mensch der stupide funktioniert und täglich seine Pflicht erfüllt, bis es rum ist. Igitt, wie das schon klingt! Wo bleibt da die menschliche Freiheit, die Freude, das Leben? 
Versuchen wir einen anderen Ansatz. Tun Sie in der Fülle der täglichen Möglichkeiten wirklich immer öfter das, was Ihnen entspricht, Sie für gut halten und Ihnen und Anderen guttut? Oder schielen Sie manchmal/öfters nach der Ansicht der Anderen? Sie trauen sich ihre Meinung vernünftig zu vertreten; Sie kleiden sich so, wie Sie sich selber gefallen; Sie gehen unbekümmert mit den 1,83 kg angeblich zu viel  Hüftgold um; Sie sind auf einem guten Weg.
Daraus kann ein sehr guter Weg werden, wenn Sie die berechtigten Dinge, die das Leben bringt, nicht nur anhören/ansehen sondern annehmen. Wer weiß wer er ist, kann an sich arbeiten und sich weiterentwickeln. Entwicklung im Sinne von Weiterkommen, sich Ändern, Wandeln, Erfahrungen verwerten, etc. ist Freiheit, Freude und Leben. Dann wird man auch Diejenige/Derjenige, die/der etwas bestimmtes auf-von-mit dieser Welt ausführt und tut!

FEBRUAR-LICHT

Ende Januar, Anfang Februar sind die Tage wieder spürbar länger. Mit zunehmender Helligkeit stellen sich oft die kältesten Tage des Jahres ein. Sollte etwas weiße Pracht vorhanden sein, ist sie vielleicht nicht mehr ganz so prächtig wie zu Beginn des Winters. Bei den Leuten stellt sich langsam eine gewisse Ungeduld ein, und eine Sehnsucht nach dem ersten Grün und den ersten zartrosafarbenen Blüten und Düften. Man möchte endlich etwas von dem, was im neuen Jahr werden will, sehen und anfassen. 
Der Februar begann früher und beginnt auch heute mit einem Lichtfest. Im christlichen Kontext wird am 2. Februar Mariä Lichtmess begangen. Im Volksmund stellte man dazu ehemals fest: Heut wird das erste Mal bei Tag zur Nacht gegessen. Im keltischen Kulturkreis wurde das Imbolc-Fest gefeiert, im Germanentum hieß es Fröblot. Das vorchristliche Fest fand am zweiten Vollmond nach der Winter-Sonnenwende statt, das ist meist Anfang Februar. In diesem Jahr fällt der zweite Vollmond auf den 7. Februar. Der vorherige Neumond ist am 23. Januar. Heute beginnt also die letzte Mond-Etappe, die im  Lichtfest mündet. Mit dem Fest wollte man früher die ersten Kräuter hervorlocken und Leib, Seele und Geist von Innen wie Aussen von den Schlacken des Winter befreien. 
Daran kann man – mal wieder – bemerken, wie sinnvoll von alters her der Jahreslauf eingeteilt und erlebt wurde. Diese Einteilung ist auch heute noch eine bemerkenswerte Orientierungshilfe, in hektischen Zeiten, gerade wenn die Natur scheinbar gar nichts (mehr) mit dem Menschen zu tun hat.

DIE ERNEUERUNG DER ZEIT

Der Jahreswechsel ist ein einschneidendes Ereignis. Der kontinuierliche Ablauf der Zeit wird unterbrochen, sogar ausgesetzt. Danach läuft die Zeit zwar wieder weiter, allerdings unter einer neuen Ziffer, der neuen Jahreszahl. Das ist kein einfacher Vorgang. Es bedarf einer Vor- und einer Nachbereitung. Nicht zufällig liegt Silvester, bzw. Neujahr eingebettet in die Zeit zwischen dem 24. Dezember und dem 6. Januar, also „Zwischen den Jahren“. In der Mitte der Zwischenzeitspanne wechselt das Jahr. Ist so viel Aufwand nötig?
Bereits in mythologischen Zeiten erlebte man die Notwendigkeit, wenigstens einmal im Jahr Dämonen, Krankheiten und Sünden zu vertreiben. Dazu waren Waschungen, Reinigungen und Rituale notwendig. Das Löschen aller Feuer konnte dazugehören, die dann als Erneuerungsvorgang,neu entfacht werden mussten. Oder es wurde viel Lärm gemacht, um Dämonen zu vertreiben, was der urzeitliche Vorläufer der heutigen Silvester-Böller ist. 
Welche Form die Rituale auch annahmen, in jedem Fall ging es darum etwas Bisheriges (alt gewordenes) zu erneuern und zu verjüngen. Der Mensch versetzte sich so erneut an den Anfang der Zeit. Deshalb konnte man dann damit beginnen die Tage erneut von vorne zu zählen. Alles Alte durfte abgeworfen und zurückgelassen werden. Darin lag damals und liegt auch heute noch eine große Chance, sein Leben wieder neu zu erfinden. 
Der Sündenbock wurde ebenfalls zu dieser Zeit der Erneuerung, mit allem, was man los werden wollte, davon getrieben. Auch wenn wir heute in sehr modernen Zeiten leben, die Kraft die in der Erneuerung der Zeit liegt, können wir alle noch spüren. Uns tut eine Erneuerung genauso gut wie unseren Vorfahren. Es ist wichtig, sich von Zeit zu Zeit von der Erschöpfung zu erholen und stattdessen wieder an erneuernde Schöpfungskräfte heranzureichen. Das rechtfertigt den Aufwand! 

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