Laut Wikipedia kommt das Wort Bild vom althochdeutschen Begriff bilidi. Der Begriff Bilidi hatte die Bedeutung von Wunder oder Omen. Der germanische Wortstamm „bil“ wird seinem Sinn nach auf „Wunderkraft“ oder „Wunderzeichen“ zurückgeführt. Ein Bild, das heute noch ein Wunderzeichen ist und sogar Wunderkraft verströmen kann, kann nichts mit der allgemeinen täglichen Bilderüberflutung zu tun haben. Diese Bilderflut kann unseren Hunger nach echten Bildern nicht stillen.

Vielleicht liegt es daran, dass man sich echte Bilder erst erobern muss, wenn sie die Seele befriedigen sollen. Dazu kann man sich z.B. auf ein Kunstwerk (Gemälde, Skulptur, Schauspiel, Gedicht) einlassen. Im Miterleben und inneren Nachschaffen/Neuschaffen schöpft man seine eigene Bilderwelt. Diese Bilder sind komplex und komplett und doch immer ausbaufähig und wandelbar. Sie sagen mehr als 1000 Worte.
Ein echtes  Bild ist immer ein inneres Bild, es hat Tiefe. Äußere Bilder sollte man eigentlich ein „optisches Angebot“ nennen, vielleicht auch eine „optische Täuschung“. Ein echtes Bild ist ein lebendiges  Bild, das seinen Erzeuger innerlich belebt und nährt, das kann man durchaus als ein kleines Wunder ansehen.