Kelten wie Germanen lebten sehr viel intensiver als wir das heute im Allgemeinen noch tun, mit den Jahreszeiten. Die Herbst-Tagundnachtgleiche war ein Sonnenfest, es wurde als Alban Elved begangen. Zeitgleich fand die Apfelernte statt. Apfel und Apfelbaum waren sehr symbolträchtig. Der Apfelbaum stand für Leben und Unsterblichkeit. Der Apfel war ein Symbol für Liebe und Fruchtbarkeit. Die Apfelernte wurde dementsprechend zur Lebensernte. Bei der Ernte ließ man oft den letzten Apfel am Baum hängen, als Opfergabe für die Apfelfrau oder den Apfelmann, je nach Region. Insgesamt wurde der Apfel bzw. Apfelbaum eher einer Göttin zugeordnet. So auch der Idun bei den Germanen.
Die Herrschaft des Sonnengottes Lug oder Lugus ging bei Herbstbeginn zu Ende. Nach der Tagundnachtgleiche sind die Nächte eben länger als die Tage. Mit seinem Lichtspeer aus Eschenholz bekämpfte der Leuchtende oder Meister des Feuers, wie Lug auch genannt wurde, nun dumpfe, böse Drachen, die eher im Inneren der Erde, also in Höhlen zu finden waren. Das Erleben der Jahreszeiten bezog sich nicht nur auf die Veränderungen in der Natur, sondern auch auf die Veränderungen im Gemüt, je nach Stand der Sonne im Jahreslauf. Auch wenn man es noch nicht ganz wahr haben möchte, der Sommer ist vorbei.