Bei den germanischen und keltischen Heidefesten im Herbst wurde die Farbe Purpur, die das Erglühen von Erde und Himmel kurz vor dem nahenden November-Tod widerspiegelte, in Szene gesetzt. Ähnlich wie die Sonne im schönen feurigen Abendrot verglüht, verglühte auch der sonnenverwöhnte Lug kurz vor seinem Untergang bzw. seiner Wandlung zum schwarzen Samhain. 
Lug oder Lugus war der Gott der Reife und Feuerkräfte in der Natur. Er war der Gott „mit der geschickten Hand“ bzw. „der in vielen Künsten begabte“. Er besaß einen Lichtspeer aus Eschenholz, die Esche galt der Sonne zugehörig. Samhain war der Totengott. Als Winterkönig waren ihm aber doch die immergrünen Pflanzen wie Tannen oder Misteln zugeordnet. Er trug das Grün des Lebens in den neuen Lebenskreis, ins neue Jahr herüber. 
Die Sonne hat im Herbst die halbe Wegstrecke zwischen Sommer- und Winter-Sonnenwende hinter sich gebracht. Die Sonnenspirale wurde als halb abgerollt und halb aufgerollt erlebt. Man verlegte die Hauptarbeit ins Innere des Hauses. Die Nacht des Jahres brach langsam herein.
Die Farbe Purpur, die farblich zwischen Rot und Violett anzusiedeln ist, wurde seit jeher mit Spiritualität, Mystik, Buße, Würde und Noblesse verbunden. In der Esoterik wandelt sie sich zum Inkarnat, also dem lebendigen Grundton der Haut, unabhängig von der äußeren Hautfarbe des Menschen. Umgekehrt hat ein verstorbener Mensch immer einen wächsernen, grünlichen Unterton in der Hautfarbe. Grün liegt Rot bzw. Purpur im Farbkreis genau gegenüber. Poetisch wird die Farbe auch Pfirsichblüt genannt. Pfirsichblüt zeigt das lebendige Bild der Seele. Es entsteht, wenn Schwarz und Weiß vermischt werden und dann ein Rot hindurchscheint. Auch hier treffen, wie im Herbst, die dunkle und die helle Seite aufeinander. 
Purpur ebnet den Weg für einen lebendigen Übergang auf die Seite des Todes.