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gabriele arndt

den richtigen weg gehen, nicht den leichten

GUTE VORSÄTZE?!

Das Neue Jahr ist nun fast zwei Wochen alt. Womöglich sind die guten Vorhaben, die man sich für die Zeit ab dem 1. Januar vorgenommen hat, schon wieder ein klein wenig in den Hintergrund gerückt. Mal wieder!? Das passiert auch Menschen die durchaus nicht willensschwach sind. Aber warum?
Wenn man eine Sache als ungut oder sogar schlecht erkennt, will man sie natürlich ändern. Je klarer die neue Erkenntnis vor einem steht – vielleicht musste man sich diese Erkenntnis hart erarbeiten – umso größer und ernsthafter ist der Wille eine Änderung herbeizuführen. Aber das Willensleben ist bekanntlich keine kühle Angelegenheit. Wille erzeugt Wärme, manchmal wird er sogar heißblütig, wahrer Wille tut sich schwer im Abwarten. Deshalb ist für den Willen absurd sich auf ein willkürliches Datum wie den 1. Januar zu konzentrieren. Wille will jetzt zugreifen und beginnen. 
Die besten Vorsätze nützen wenig, wenn der notwendige Wille zur Umsetzung nicht gleich genutzt wird. Dieser Wille steht gleich nach der Erkenntnis bereit. Wenn man erst ein Datum oder Ereignis abwartet, ehe man etwas korrigiert, ist der dazu nötige Wille schlichtweg oft erkaltet und verpufft. Man hat den richtigen Zeitpunkt verpasst.
Daraus ergibt sich nur ein einziger guter Vorsatz für das Neue Jahr. Nämlich gute Ideen, Vorhaben und Änderungen gleich in die Tat umzusetzen. Dies ist kein Aufruf zu unbesonnenem Handeln, sondern dazu, die Dinge von den man innerlich weiß das sie gut sind, nicht erst ab dem nächsten abnehmenden Halbmond oder anderer „magischer“ Termine anzugehen. So kann es wirklich ein gutes Neues Jahr werden, packen wir unseren eigenen Willen am Schopf, nutzen wir die Gunst der guten Stunden.

DIE FARBE PURPUR

Bei den germanischen und keltischen Heidefesten im Herbst wurde die Farbe Purpur, die das Erglühen von Erde und Himmel kurz vor dem nahenden November-Tod widerspiegelte, in Szene gesetzt. Ähnlich wie die Sonne im schönen feurigen Abendrot verglüht, verglühte auch der sonnenverwöhnte Lug kurz vor seinem Untergang bzw. seiner Wandlung zum schwarzen Samhain. 
Lug oder Lugus war der Gott der Reife und Feuerkräfte in der Natur. Er war der Gott „mit der geschickten Hand“ bzw. „der in vielen Künsten begabte“. Er besaß einen Lichtspeer aus Eschenholz, die Esche galt der Sonne zugehörig. Samhain war der Totengott. Als Winterkönig waren ihm aber doch die immergrünen Pflanzen wie Tannen oder Misteln zugeordnet. Er trug das Grün des Lebens in den neuen Lebenskreis, ins neue Jahr herüber. 
Die Sonne hat im Herbst die halbe Wegstrecke zwischen Sommer- und Winter-Sonnenwende hinter sich gebracht. Die Sonnenspirale wurde als halb abgerollt und halb aufgerollt erlebt. Man verlegte die Hauptarbeit ins Innere des Hauses. Die Nacht des Jahres brach langsam herein.
Die Farbe Purpur, die farblich zwischen Rot und Violett anzusiedeln ist, wurde seit jeher mit Spiritualität, Mystik, Buße, Würde und Noblesse verbunden. In der Esoterik wandelt sie sich zum Inkarnat, also dem lebendigen Grundton der Haut, unabhängig von der äußeren Hautfarbe des Menschen. Umgekehrt hat ein verstorbener Mensch immer einen wächsernen, grünlichen Unterton in der Hautfarbe. Grün liegt Rot bzw. Purpur im Farbkreis genau gegenüber. Poetisch wird die Farbe auch Pfirsichblüt genannt. Pfirsichblüt zeigt das lebendige Bild der Seele. Es entsteht, wenn Schwarz und Weiß vermischt werden und dann ein Rot hindurchscheint. Auch hier treffen, wie im Herbst, die dunkle und die helle Seite aufeinander. 
Purpur ebnet den Weg für einen lebendigen Übergang auf die Seite des Todes. 

POST AN MICH – AEL

Der Erzengel Michael steht unter anderem für den Kampf mit und den Sieg über den (inneren) Drachen. Allerdings ist dieser Sieg nicht ein für alle Mal zu erringen. Der Kampf muss jeden Tag von N,euem angenommen werden. Wie im Sport ist die Tagesform entscheidend. Aber nicht nur. Der Wille bzw. die Willenskraft spielt eine entscheidende Rolle. „Ein Mensch, der sich ernsthaft ein Ziel gesetzt hat, wird es auch erreichen“, behauptete der britische Politiker und Schriftsteller Benjamin Disraeli. Das geht nur mit Willensanstrengung. Neben dem Mut ist auch der Wille ein charakteristisches Element von Michael.

Das ist ein Anlass darüber nachzudenken, was man selber mittel- und langfristig erreichen will. Wohlgemerkt erreichen will! Was man sich nur wünscht, bleibt oft eben nur ein frommer Wunsch. In das, was man will, steckt man seine Energie. Vielleicht muss man auch gar nicht viel nachdenken. Wahrscheinlich weiß man genau, was man im Herzen wirklich will. 
Deshalb ein Vorschlag. Schrieben Sie sich auf, was Sie wirklich wollen. Das können kleine, realistische Ziele sein, aber auch kühne, verrückte, scheinbar völlig unerreichbare Vorstellungen. Je nach Temperament. Schreiben Sie das in einen Brief. Und den Brief adressieren Sie dann an sich, also: BRIEF AN MICH. Den Brief verschließen Sie und öffnen ihn erst wieder in einem Jahr, zu Michaeli, am 29.09.2012. 
Sie werden staunen, was sich bis dahin alles realisiert haben kann. Und Sie werden feststellen, worin Sie (viel) zu wenig Energie gesteckt haben. Wahrscheinlich werden Sie auch noch ganz andere Dinge feststellen. Vielleicht stellt sich ihr lang gehegter Herzenswunsch auch nur als Seifenblase heraus. Dann ist es auch gut, das zu wissen. Nur zu! Haben Sie den Mut sich ihren Wünschen und ihrem Willen zu stellen. Dabei kann man eine Menge über sich lernen. Und sich selbst ehrlich erkennen ist bekanntlich eines der Dinge, die den meisten Mut erfordern.

MICHAELI ? !

Wussten Sie, dass am 29. September Michaelstag ist? Was unterscheidet diesen Tag von den 364 anderen Tagen im Jahr, an denen auch eines oder mehrerer Heiliger, Märtyrer oder wie hier Erzengeln gedacht wird? Der 29. September ist neben dem Erzengel Michael auch den Erzengeln Gabriel und Raphael geweiht.

Ist Ihnen schon aufgefallen, dass es im Herbst kein besonderes Kirchenfest gibt? Erntedank fällt zwar an den Herbstbeginn, es beruft sich aber auf einen Naturvorgang und nicht auf einen historischen oder zumindest mythologischen Vorgang. Im Winter wird an Weihnachten die Geburt von Jesus gefeiert, im Frühling zu Ostern gedenkt man der Auferstehung von Christus und im Sommer gibt es das Johannisfest zu Ehren Johannes des Täufers. Die Johannisfeuer beziehen sich allerdings auch gern mal auf die ebenfalls kurz vorher stattfindende Sommersonnenwende. Aber was ist mit dem Herbst?
Historische gesehen soll der Erzengel Michael am 29. September 492 auf dem Monte Gargano in Italien erschienen sein. Aber daraus gleich ein großes Fest machen, in Deutschland und sonst überall in der (christlichen) Welt? Der Erzengel ist – neben vielem Anderen – auch Patron der Deutschen, daher der Ausdruck „Deutscher Michel“. In älteren künstlerischen Darstellungen ist Michael oft als Drachenkämpfer zu sehen. Er hat den Mut und die Kraft den furchterregenden Drachen mit seinem Speer in Schach zu halten, ohne ihn zu töten. 
Mut ist eine Tugend, die die Waage zwischen Feigheit und Übermut hält. Feigheit galt schon den Germanen als eines der größten Übel. Wer feige war, trug den (ehrlosen) Tod in sich, für sich und seine ganze Sippe. Und an dem Spruch „Übermut tut selten gut“ ist – wie an vielen Sprichworten – etwas Wahres. Mut braucht man immer dann, wenn man sich vor etwas fürchtet. Furcht zu überwinden, heißt sich nicht mit seinem Ich zu verstecken, sondern trotz der Furcht, aus dem Ich heraus, für seine Ideen und Gedanken einzustehen.  Oder Dinge zu tun oder zu lassen, aus bester Überzeugung heraus, auch wenn das erst mal unpopulär sein könnte. Die Feigheit muss man dann wie mit einem Sperr in Schach halten. Auch der Reiz sich besonders in Szene zu setzen und mehr zu riskieren, als man wirklich bewältigt, bedarf einer Menge Beherrschung durch das Selbst. Seine Mitte muss jeder Mensch für sich entdecken und stärken. Aus ihr entsteht der Mut. Niemand weiß es besser als man selber, wenn man mal in die eine oder andere Richtung über die Stränge schlägt und eben kennen Mut beweist.
Einen Tag, an dem man sich besonders daran erinnert an sich zu arbeiten, ist eine wunderbare Einstimmung auf die anstehende Herbstzeit, die ja in  mehrerer Hinsicht wieder mehr ins Innere führt. Es ist Zeit Michaeli zu feiern.

ALBAN ELVED, DIE HERBST-TAGUNDNACHTGLEICHE BEI DEN KELTEN

Kelten wie Germanen lebten sehr viel intensiver als wir das heute im Allgemeinen noch tun, mit den Jahreszeiten. Die Herbst-Tagundnachtgleiche war ein Sonnenfest, es wurde als Alban Elved begangen. Zeitgleich fand die Apfelernte statt. Apfel und Apfelbaum waren sehr symbolträchtig. Der Apfelbaum stand für Leben und Unsterblichkeit. Der Apfel war ein Symbol für Liebe und Fruchtbarkeit. Die Apfelernte wurde dementsprechend zur Lebensernte. Bei der Ernte ließ man oft den letzten Apfel am Baum hängen, als Opfergabe für die Apfelfrau oder den Apfelmann, je nach Region. Insgesamt wurde der Apfel bzw. Apfelbaum eher einer Göttin zugeordnet. So auch der Idun bei den Germanen.
Die Herrschaft des Sonnengottes Lug oder Lugus ging bei Herbstbeginn zu Ende. Nach der Tagundnachtgleiche sind die Nächte eben länger als die Tage. Mit seinem Lichtspeer aus Eschenholz bekämpfte der Leuchtende oder Meister des Feuers, wie Lug auch genannt wurde, nun dumpfe, böse Drachen, die eher im Inneren der Erde, also in Höhlen zu finden waren. Das Erleben der Jahreszeiten bezog sich nicht nur auf die Veränderungen in der Natur, sondern auch auf die Veränderungen im Gemüt, je nach Stand der Sonne im Jahreslauf. Auch wenn man es noch nicht ganz wahr haben möchte, der Sommer ist vorbei.  

WAS IST EIN BILD?

Laut Wikipedia kommt das Wort Bild vom althochdeutschen Begriff bilidi. Der Begriff Bilidi hatte die Bedeutung von Wunder oder Omen. Der germanische Wortstamm „bil“ wird seinem Sinn nach auf „Wunderkraft“ oder „Wunderzeichen“ zurückgeführt. Ein Bild, das heute noch ein Wunderzeichen ist und sogar Wunderkraft verströmen kann, kann nichts mit der allgemeinen täglichen Bilderüberflutung zu tun haben. Diese Bilderflut kann unseren Hunger nach echten Bildern nicht stillen.

Vielleicht liegt es daran, dass man sich echte Bilder erst erobern muss, wenn sie die Seele befriedigen sollen. Dazu kann man sich z.B. auf ein Kunstwerk (Gemälde, Skulptur, Schauspiel, Gedicht) einlassen. Im Miterleben und inneren Nachschaffen/Neuschaffen schöpft man seine eigene Bilderwelt. Diese Bilder sind komplex und komplett und doch immer ausbaufähig und wandelbar. Sie sagen mehr als 1000 Worte.
Ein echtes  Bild ist immer ein inneres Bild, es hat Tiefe. Äußere Bilder sollte man eigentlich ein „optisches Angebot“ nennen, vielleicht auch eine „optische Täuschung“. Ein echtes Bild ist ein lebendiges  Bild, das seinen Erzeuger innerlich belebt und nährt, das kann man durchaus als ein kleines Wunder ansehen.

KOMMT KUNST VON KÖNNEN?

Laut einer allgemeinen Redewendung und Wikipedia, ja. Kunst bezeichnet im weitesten Sinne jede Tätigkeit, die auf Wissen, Übung, Wahrnehmung, Vorstellung und Intuition gründet. Diese Umschreibung eröffnet ein sehr weites Feld. In diesem Sinne kann alles möglich zur Kunst erklärt werden.
Als Kunstschaffender sollte man sein Metier natürlich kennen und beherrschen. Bei der Umsetzung von Wahrnehmungen in künstlerische Prozesse wird es schon grenzwertig, keine zwei Menschen haben dieselben Wahrnehmungen. Vorstellungen und Intuitionen können ganz aus dem Ruder laufen. Das Vorstellungsvermögen an sich unterscheidet nicht zwischen sinnigen und unsinnigen Vorstellungen. Als Intuition wird das ahnende Erfassen oder das passiv Empfangen einer Eingebung bezeichnet.
Wo zieht man die Grenzen? Wie unterscheidet man Fantasie von Spinnerei? Kann man sich Intuitionen aktiv erarbeiten?
Was muss man wirklich können, um Kunst zu schaffen?
Fortsetzung folgt …

LUGHNASAD / HÖRMEIDIRBLOT

In Helvetien ist der 1. August Nationalfeiertag. In diesem, wie in anderen ehemals keltisch (oder germanisch) besiedelten Gebieten wurde in der Zeit Ende Juli, Anfang August ein Mondfest gefeiert. Das Fest hieß Lughnasad bzw. Hörmeidirblot, es war dem feurigen Gott Lug und seiner Gemahlin der Kornmutter Annona geweiht.Lug musste Wärme und Süße in die Früchte tragen. Das bisher Gewordene wurde in seine nächste Stufe überführt. Die Zeit der Ernst war nicht mehr weit.
Da es sich um ein Mondfest handelte, richtete sich das Datum nach dem Stand des Mondes, es war demnach beweglich. Dieses Fest fand am zweiten Vollmond nach der Sommer-Sonnenwende statt. In diesem Jahr ist der zweite Vollmond erst am 14.August, also verhältnismäßig spät im Jahr. Lughnasad bzw. Hörmeidirblot würde also diesmal erst Mitte August gefeiert werden. Vielleicht lohnt es sich, Natur und Wetterverhältnisse, die nächsten 14 Tage lang, daraufhin zu beobachten. Zeigt sich dieses Jahr etwas, was in den anderen Jahren kaum zu bemerken ist? Vielleicht finden Sie ein bisschen Zeit, für eine etwas andere Sommerbeschäftigung.

AUGUST

Ab August werden die Tage spürbar kürzer, auch wenn es bis zum Herbst noch etwas dauert. Mit der abnehmender Helligkeit stellen sich oft die heißesten Tage des Jahres ein, die Hundstage. Sie beginnen am 23. Juli und enden am 23. August. Die Hundstage haben ihren Namen vom Sternbild des Großen Hundes, das zu dieser Zeit zu sehen ist. Der strahlendste Stern dieses Sternbildes ist Sirius. Dennoch verströmt der August eine gewisse Wehmut, die von den Hitzewellen nur überdeckt wird.

Der August hält noch in der sommerlichen Hitze inne. Aber er ist nicht mehr so strahlend wie der Juli. Ab August muss das Licht wieder ins Innere getragen werden. Ein prächtiges Bild für diese Aufforderung ist der Sternschnuppenhagel, der vor Mitte August auf die Erde trifft. Wenn die Sternschnuppendichte besonders hoch ist (meist in der Nacht vom 12. August), bekommt man das Gefühl, dass der Erde und den Menschen neue kosmische Impulse zugeführt werden. Die Impulse helfen die dunkle Jahreszeit nicht nur zu überstehen, sondern als erneuernde Station zu begreifen und ergreifen.

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